Brüssel- Europa- Europäisches Parlament- Europäische Kommission- Pralinen & Lobbyarbeit
30.04.2025: Stehempfänge, Gartenfeste, Häppchen und das Vertreten der eigenen Interessen - das Team der Neckar Netze hat sich vor Ort einen Eindruck verschafft.
Der Auftakt der Wissensreise fand in der EnBW EU-Repräsentanz in der Rue Belliard satt. Hier arbeiten 6 Lobbyisten, die auf die Besonderheiten des deutschen Energiemarktes hinweisen und dafür Sorge tragen, dass diese auch Berücksichtigung in der Gesetzgebung in Brüssel finden. Herr Vladimir Mijatovic schärfte charmant und sehr schnell das Bewusstsein seiner baden-württembergischen Besucher, was es bedeutet, 27 europäische Nationen, in Summe ca. 450 Millionen Menschen zum gemeinsamen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Handeln zu motivieren. Der Austausch war so rege, dass dieser sogar noch spontan bei einem gemeinsamen Mittagessen fortgesetzt wurde.
Der Anschlussbesuch fand bei der Delegation der EU DSO Entity (Distribution System Operators), dem Verbund der europäischen Verteilnetzbetreiber, der 2021 gegründet wurde und der sich von einer One-Man-Show zu einem Büro mit über 20 Mitarbeitern entwickelt hat, statt. Der Verband sammelt die Interessen von über 800 Stromnetzbetreibern sowie über 250 Millionen Stromkunden in der Europäischen Union (das Gasnetz ist im Aufbau). In Deutschland sind ca. 735 regionale Netzbetreiber tätig. In Frankreich werden 95% des Verteilnetzes vom Enedis betrieben. Allein dieser Fakt verdeutlicht die Komplexität der unterschiedlichen Versorgungssysteme, die in einem gemeinsamen Europa synchronisiert werden sollen.
Baden-Württemberg und Bayern unterhalten gemeinsam eine Repräsentanz in der europäischen Hauptstadt und zeigen Flagge. Die Funktion wird als Scharnier zwischen Land und europäischer Ebene gesehen. Die Interessen des Landes werden gegenüber den europäischen Partnern und Einrichtungen vertreten und die Informationen aus Brüssel fließen an die Landesregierung zurück. „So kann „The Länd“ die Entscheidungsfindung in Brüssel beobachten und hat Zeit daheim eine Position zu den werdenden Gesetzten zu entwickeln und sich zu positionieren“, resümiert Patrick Wegener vom Europabüro der baden-württembergischen Kommunen.
Im Verlauf des Gespräches wurde die De-minimis-Klausel* von der Geschäftsführung der Neckar Netze erwähnt. Zu diesem speziellen Thema konnten Herr Dürr und Herr Jundt wichtige Hintergrundinformationen geben und Herrn Wegener die Thematik erläutern.
Ein Blick in die legendäre Schwarzwaldstube rundete den Besuch ab.
Die Bedeutung der europäischen Gemeinschaft, vor allem in Bezug auf die aktuelle politische und wirtschaftliche Situation, ist durch den Besuch in Brüssel noch bewusster geworden. Am Puls der Zeit zu sein und Bewusstsein in Brüssel für die jeweilige länderspezifische Situationen zu schaffen ist von besonderer Wichtigkeit, denn: „Wer nicht am Tisch sitzt, wird gevespert“.
Ein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Organisator*innen und Gesprächspartner*innen vor Ort. Insbesondere Herrn Mijatovic, Frau Vandewalle, Frau Tydgadt und Herrn Wegener für ihre Zeit und Expertise.
* De-minimis-Klausel: mögliche Klausel zur Reduzierung des Aufwands bei der Vergabe der Konzessionen für kleine Kommunen
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